Teilhabe
Kinder- und Jugendpanels
Worum geht es?
In den FSK Kinder- und Jugendpanels nehmen Heranwachsende die Rolle von Prüfer:innen ein und diskutieren und beurteilen die Jugendschutzrelevanz und Wirkung von Filmen aus Sicht der Zielgruppe. Die zehn teilnehmenden Schüler:innen aus Wiesbaden und Umgebung sind zwischen 12 und 15 Jahren alt und sichten im Laufe des Jahres verschiedene zielgruppenrelevante Filme. Im Anschluss diskutierten sie die Wirkung von jugendschutzrelevanten Szenen sowie Sachverhalten und setzten sich den erteilten FSK Freigabe auseinander.

Auf bislang einzigartige Weise gelingt damit ein Kinder- und Jugendmedienschutz, der über den regelmäßigen Austausch und die damit gewonnen Erkenntnisse eine stetige Beteiligung der Zielgruppe und Rückführung der gewonnenen Erkenntnisse in die Prüfverfahren der FSK ermöglicht. Diese Form der Teilhabe trägt zu einem akzeptierten und zeitgemäßen Jugendmedienschutz bei und unterstreicht die Qualität und Verlässlichkeit der FSK Altersfreigaben.
Die FSK Kinder- und Jugendpanels werden in bewährter Zusammenarbeit zwischen der FSK und den Ständigen Vertreter:innen der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK durchgeführt und vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gefördert.
Die Panels
Teilnehmende:
v.l.n.r.
Gino Cusin, Maximilian Urmes, Katharina Frick, Helen Seifert, Sajia Parvizi, Hla Hamza, Anselm Erhardt, Aaron Celan, Emilia Ortner, Greta Dörner
Bild und Liste der Teilnehmenden folgt!
Die Filme
Aktuelles
RABIA – DER VERLORENE TRAUM (BE/FR/DE 2024) – FSK ab 12 Jahren

Panel-Gutachten vom 28.01.2025:
In dem Drama geht es um eine junge, französische Frau namens Jessica, die mit einer Freundin nach Syrien reist und sich dem Islamischen Staat anschließt. Sie fühlen sich in ihren bisherigen Leben nicht mehr wohl und wollen Dschihadisten als Männer bekommen.
Jugendschutzrelevante Szenen sind zum Beispiel Kriegsszenen, Vergewaltigung und Folter. Außerdem hat man im Hintergrund oft Schüsse und Schreie gehört. Zwischen den belastenden Szenen gibt es nie wirklich entlastende Szenen. Es könnte jüngeren Zuschauenden unter 12 Jahren schwerfallen, sich von dem Film zu distanzieren, sodass sie verängstigt und überfordert werden. Eine jedoch zu hoch eingestufte FSK-Freigabe wäre für den Film ungeeignet, da die Gewaltdarstellungen nicht zu sichtbar waren und der Film über das Thema aufklärt.
In der Diskussion hat sich das FSK Kinder- und Jugendpanel schlussendlich auf eine Freigabe ab 12 Jahren geeinigt.
Abschluss am 04.11.2024

vordere Reihe v.l.n.r.:
Anselm Erhardt, Aaron Celan, Hla Hamza, Sajia Parvizi, Helen Seifert, Greta Dörner, Isabell Tatsch, Michael Schmidt
hintere Reihe v.l.n.r.:
Stefan Linz , Peter Kaun, Arndt Klingelhöfer, Maximilian Urmes, Gino Cusin, Manuela Strube, Katharina Frick, Nicole Barthel, Anne Moll, Madeleine Charlet
Im Rahmen der letzten Veranstaltung in diesem Jahr, wurde am 04.11.2024 das erfolgreiche Teilhabeprojekt gefeiert und die teilnehmenden Schüler:innen geehrt.
Staatssekretärin Manuela Strube nahm an der Veranstaltung teil und dankte den Kindern und Jugendlichen für ihr besonderes Engagement: „Das Projekt hat auf vorbildliche Weise gezeigt: Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten in eigener Sache und es ist wichtig, dass wir sie als solche wahrnehmen und in alle Entscheidungen einbeziehen, die sie betreffen.“
Die Projektverantwortlichen blicken auf ein erkenntnisreiches Jahr mit intensiven Diskussionen und wertvollen Einblicken in die Jugendschutzrelevanz und Wirkung von Filmen aus Sicht der Zielgruppe zurück. Isabell Tatsch, Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden, betont: „In den Prüfverfahren stehen jeden Tag Kinder und Jugendliche und die Wirkung von Filmen auf sie im Mittelpunkt unserer Arbeit. Durch den Dialog mit den jungen Zuschauenden in den FSK Kinder- und Jugendpanels erfahren wir mehr über ihre Perspektive und können dank ihrer Meinung als Expert:innen für ihre eigene Altersgruppen eine Brücke zu unserer täglichen Prüfpraxis schlagen“. Der Ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK Michael Schmidt ergänzt: „Neben der Rückführung der gewonnenen Erkenntnisse in die Prüfverfahren der FSK, veröffentlichen die Kinder und Jugendlichen ihre Einschätzungen und Altersbewertungen zu den gesichteten Filmen auf den medialen Kanälen der FSK. Dadurch wird eine Öffentlichkeit für die stetige Beteiligung geschaffen.“
„Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen unterstreicht die Qualität und Verlässlichkeit der FSK-Altersfreigaben und schafft einen neuen Zugang zur bekanntesten Jugendschutzinstitution in Deutschland”, so Stefan Linz, Geschäftsführer der FSK. Für das kommende Jahr sind bereits neue Termine für die FSK Kinder- und Jugendpanels in Planung.
VENOM 3 – THE LAST DANCE (USA 2024) – FSK ab 12 Jahren

Panel-Gutachten vom 04.11.2024:
In dem Superhelden- und Actionfilm VENOM: THE LAST DANCE geht es um Eddie Brock und seinen Symbionten-Freund Venom. Sie versuchen, vor Symbiontenjägern zu flüchten. Es gibt ein eindeutiges Bild von Gut und Böse, wobei man anfangs nicht weiß, auf welcher Seite das Militär steht. Der Film enthält viele actiongeladene Szenen und es herrscht in manchen Szenen eine düstere Stimmung. Eine belastende Stelle, die dem Panel auffiel, war der erste richtige Mord von Eddie, als er unter Wasser eine Frau erschießt. Dieser Moment löst einen Schock bei ihm aus und das könnte auch bei jüngeren Zuschauenden passieren. Am Ende des Films gibt es ein sehr actionreiches, aber auch sehr emotionales Finale mit vielen brutalen Szenen. Obwohl der Film viele belastende Szenen hat, gibt es zwischendurch auch viele komödiantische Szenen, die die düsteren und brutalen Szenen doch ziemlich relativieren.
Das FSK Kinder- und Jugendpanel sprach sich deswegen für eine Freigabe ab 12 Jahren aus, da der Film für Kinder ab 6 Jahren zu belastend gewesen wäre und ab 16 Jahren zu wenig belastende Szenen enthalten hätte.
TRAP – NO WAY OUT (USA 2024) – FSK ab 12 Jahren

Panel-Gutachten vom 16.09.2024
In dem Thriller TRAP: NO WAY OUT geht es um den Mann Cooper, der mit seiner Tochter Riley auf ein Konzert der Popsängerin Lady Raven geht. Dort sucht das FBI nach einem Mörder, dem „Butcher“. Cooper wird nervös und es stellt sich heraus, dass er selbst der Mörder ist. Der Film ist sehr spannend und zeigt belastende Szenen: eine Frau mit schweren Verbrennungen oder einen gefangenen Mann, der leidet.
Aber auch Familienvater Cooper selbst sowie die Bedrohung der jungen Hauptfiguren im spannenden Finale wurden als Aspekte genannt, die junge Kinder überfordern können. Das Kinder- und Jugendpanel nannte als Wirkungen des Films eine hohe Spannung und eine mentale Belastung. Zuschauende ab 12 Jahren können den Film jedoch verkraften. Es gibt keinen Mord direkt zu sehen und man merkt schon früh, dass Cooper der Mörder ist. Es gibt viel Entlastung, zum Beispiel durch das Popkonzert oder den lustigen Verkäufer Jamie.
Das FSK Kinder- und Jugendpanels sprach sich daher für eine Freigabe ab 12 Jahren aus.
ICH CAPITANO (I/B 2024) – FSK ab 12 Jahren

Panel-Gutachtenvom 01.07.2024:
Drama um zwei senegalesische Flüchtende: Die beiden Cousins Seydou und Moussa wollen ihrem Wunsch, bekannte Musiker zu werden, nachgehen und begeben sich zusammen mit anderen Flüchtenden auf eine Reise nach Europa. Dabei erleben sie viele tragische Momente, Brutalität und Leid, aber erkennen auch, dass sie es nur zusammen schaffen können.
Am Anfang des Films wird das Leben der beiden Cousins schön und fröhlich dargestellt, doch im Laufe ihrer Flucht werden immer belastendere und gewalttätigere Szenen gezeigt – so zum Beispiel eine Folterszene im Keller der libyschen Mafia. Insgesamt werden in dem Film mehr belastende als entlastende Szenen gezeigt, was jüngere Zuschauende noch nicht verarbeiten können.
Entlastend für Zuschauende ab 12 Jahren wirkt jedoch, dass die Hauptfigur Seydou durch seine Zielstrebigkeit und Positivität viele schwierige Momente übersteht. Auch die Freundschaft zwischen Seydou und Moussa, die immer eine große Rolle spielt, hilft Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren dabei, die schwierigen Momente verkraften zu können. Insgesamt hinterlässt der Film trotz der belastenden Momente durch das anhaltende Element der Freundschaft und die hauptsächlich gegen Ende hin immer mehr präsente Hoffnung einen positiven Eindruck und ist nicht zu bedrückend. Zudem bereitet der Film ein ernstes Thema für diese Altersgruppe auf.
Das FSK Kinder- und Jugendpanel sprach sich deswegen für eine Freigabe ab 12 Jahren aus.
KUNG FU PANDA 4 (USA 2024) – FSK ab 6 Jahren

Panel-Gutachten vom 20.05.2024:
KUNG FU PANDA 4 ist ein animierter Film, der Elemente der Genres Action, Komödie und Fantasy beinhaltet. Im Film geht es um den Protagonisten Po, den Panda, der sich mit der Diebin Zhen zusammentut, um seinen bisher mächtigsten Gegner zu stürzen – das gestaltwandelnde Chamäleon. Die Antagonistin versucht die Herrschaft über alle umliegenden Orte zu erlangen.
Dadurch, dass der Film auf Kämpfe ausgelegt ist, kommen viel Action, schnelle Schnitte und düstere Szenarien vor. Diese Momente werden aber durch die vielen komödiantischen Szenen, insbesondere aufgrund der lustigen Hauptfigur Po, relativiert. Zudem wird betont, dass man grundlegend versuchen sollte, Probleme mit Worten zu lösen. Durch die Gut-Böse-Trennung und die vielen Hintergrundgeschichten zu den Figuren kann man sich zudem gut in sie einfühlen. Die bedrohlichen, actionreichen Szenen können auf Kinder unter 6 Jahren jedoch ängstigend wirken.
Aufgrund der genannten Aspekte empfiehlt das FSK Kinder- und Jugendpanel eine Freigabe ab 6 Jahren.
MADAME WEB (USA 2024) – FSK ab 12 Jahren

Panel-Gutachten vom 01.04.2024:
Actionreiche Comicverfilmung um Cassandra Webb, die sich als Superheldin mit hellseherischen Fähigkeiten entpuppt. Als sie auf drei junge Frauen trifft, nimmt sie sich ihrer an, um diese vor der tödlichen Bedrohung durch den Bösewicht Ezekiel zu beschützen.
Der Film zeigt, trotz adrenalin-geladener, spannungsreicher Szenen, auch die Entwicklung des Eltern-Kind-Verhältnisses von den Hauptprotagonistinnen. Die filmische Darstellung beinhaltet komödiantische Elemente und versorgt die Zuschauenden adrenalin-technisch mit schnellen Schnitten und vielen Effekten. Trotz der öfters brutaleren Szenen mit Toden, Verletzungen etc., werden diese nicht immer detailliert dargestellt, sondern nur angedeutet. Der Film arbeitet mit einem Szenenwechsel zwischen spannend und ruhig. Um die Spannungskurve höher zu treiben, spielt der Film mit der Audioebene. Eine weitere Eigenschaft ist, dass die Protagonistin nicht mit Muskelkraft, sondern mehr mit Verstand arbeitet. Mit der Hauptfigur Cassie können sich Zuschauende zudem gut identifizieren. Aufgrund der komödiantischen Szenen und weil die Gewaltdarstellungen nicht direkt gezeigt werden, können diese verkraftet werden. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Hauptfigur Cassandra Webb zu den „Guten“ gehört und nicht zu den Bösen.
Das FSK Kinder- und Jugendpanel empfiehlt eine Freigabe ab 12 Jahren.
Auftakt am 30.01.2024

v.l.n.r.:
Peter Kaun, Nicole Barthel, Isabell Tatsch, Gino Cusin, Helen Seifert, Sajia Parvizi, Katharina Frick, Greta Dörner, Anselm Erhardt, Aaron Celan, Michael Schmidt
Im Deutschen Filmhaus fand am 30.01.2024 die Auftaktveranstaltung der FSK Kinder- und Jugendpanels statt. Heranwachsende nehmen dabei die Rolle von Prüfer:innen ein und beurteilen die Wirkung von Filmen und deren Freigaben aus ihrer Perspektive. „Filme sind ein zentrales Element der Kinder- und Jugendkultur, stellen eine wichtige Sozialisationsinstanz dar und eignen sich daher im Besonderen, um mit Heranwachsenden in den Dialog zu treten”, betont Isabell Tatsch, Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden.
Die teilnehmenden Schüler:innen aus Wiesbaden und Umgebung sind zwischen 12 und 15 Jahren alt und werden im Laufe des Jahres verschiedene zielgruppenrelevante Filme sichten. Im Anschluss beurteilen sie die Wirkung von jugendschutzrelevanten Szenen und Sachverhalten und setzen sich mit den FSK-Freigaben auseinander. Michael Schmidt, Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK, führt aus: „Die Kinder – und Jugendbeteiligung und der damit einhergehende regelmäßige Austausch, schafft einen besonderen Zugang zur Zielgruppe, mit dem nicht nur ein unverstellter Blick auf die Perspektive Heranwachsender geworfen wird, sondern auch wichtige Impulse für die Praxis gewonnen werden können, die zu einem akzeptierten und zeitgemäßen Jugendmedienschutz beitragen.“
„Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen als Expert:innen für ihre eigene Altersgruppe, unterstreicht die Qualität und Verlässlichkeit der FSK-Altersfreigaben”, ergänzt Stefan Linz, Geschäftsführer der FSK.
Die FSK Kinder- und Jugendpanels werden in Zusammenarbeit zwischen der FSK und den Ständigen Vertreter:innen der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK durchgeführt und vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert.
Übergabe des Förderbescheids am 09.01.2024

v.l.n.r.:
Stefan Linz (Geschäftsführung FSK)
Madeleine Charlet (Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)
Anne Janz (Staatssekretärin, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)
Isabell Tatsch (Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK)
Michael Schmidt (Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK)
Peter Kaun (Sprecher der Filmwirtschaft bei der FSK)
Staatssekretärin Anne Janz hat heute der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Wiesbaden einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 8.800 Euro für die FSK Kinder- und Jugendpanels überreicht. In dem Projekt nehmen Heranwachsende die Rolle von Prüfer:innen ein und beurteilen und diskutieren die Wirkung von Filmen und deren Freigaben aus ihrer Sicht. Damit soll ein Element des Kinder- und Jugendmedienschutzes etabliert werden, das die Teilhabe in den Fokus rückt.
„Jugendbeteiligung ist und bleibt ein Schwerpunkt der Landesregierung. Besonders hervorzuheben ist in diesem Projekt die Verbindung der Themen Jugendschutz und Jugendbeteiligung. Und es setzt direkt in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen an. Kinder und Jugendliche werden als das wahrgenommen, was sie sind: Expertinnen und Experten in eigener Sache“, so die Staatssekretärin Anne Janz.
„Auf bislang einzigartige Art und Weise kann damit ein Kinder- und Jugendmedienschutz gelingen, der eine Beteiligung der Zielgruppe und Rückführung der gewonnenen Erkenntnisse in die Prüfverfahren der FSK ermöglicht“, ergänzt Michael Schmidt, Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK. „Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen unterstreicht die Qualität und Verlässlichkeit der FSK-Altersfreigaben und schafft einen neuen Zugang zur bekanntesten Jugendschutzinstitution in Deutschland “, so Stefan Linz, Geschäftsführer der FSK. Die Ständige Vertreterin der Obersten Landesjugendbehörden Isabell Tatsch führt weiter aus: „Filme stellen eine wichtige Sozialisationsinstanz dar, sind zentrales Element der Kinder- und Jugendkultur und eignen sich daher im Besonderen, um mit Heranwachsenden in den Dialog zu treten.” Die FSK Kinder- und Jugendpanels werden in bewährter Zusammenarbeit zwischen der FSK und den Ständigen Vertreter:innen der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK durchgeführt.
Das erste FSK Kinder- und Jugendpanel findet am 30. Januar 2024 statt.
Gefördert von:

